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SPD Berlin Alexanderplatz

Historische Mitte

Die Historische Mitte Berlins – Bericht eines Rundgangs

Autor: Stefan Draeger, im Juni 2014

Am 30. Mai 2014 trafen sich mehr als 50 interessierte Bürgerinnen und Bürger – die meisten Anwohner der Karl-Liebknecht-, Spandauer- oder Rathausstraße an den Rathaus-Passagen, um sich einerseits von Ephraim Gothe, ehemaliger Baustadtrat von Mitte und Staatssekretär bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, Ideen zum Rathaus-Forum erläutern zu lassen, aber auch um eigene Vorstellungen zu äußern.

Genossinnen und Genossen aus der Abteilung Alexanderplatz und von der SPD-Fraktion der BVV Mitte zu Berlin gaben viele Informationen und sprachen am Rande der Begehung mit Bürgerinnen und Bürgern. Die Tour führte nach der Einführung und ersten Fragen und Antworten zum neugestalteten Platz vor dem Fernsehturm. Anhand eines Plans der „Historischen Mitte“ Berlins erläuterte Ephraim Gothe die bereits umgesetzten Maßnahmen und umriss die Herausforderungen, die noch zu diskutieren sind. Er machte deutlich, dass noch lange nicht entschieden ist, ob es einen Architekten- oder einen Landschaftsplaner-Wettbewerb für diese Areal geben werde - oder sogar eine Mischung von beiden.

Ganz schnell wurde klar, dass die Anwohnerinnen und Anwohner in die Planungen einbezogen werden wollen. Mit einem gewissen Misstrauen betrachteten die Teilnehmer des Rundgangs das Kuratorium, das Senatsbaudirektorin Regula Lüscher vor Kurzem einberufen hatte und dem aus dem Bezirk Mitte nur Bezirksbürgermeister Christian Hanke und der Präventionsbeauftragte, Hein Nopper, angehören. Ephraim Gothe wies darauf hin, dass dem Gremium keine inhaltlichen Entscheidungen zukommen sollen. Es soll die Vorgehensweise der Senatsverwaltung bei der Einbeziehung von Betroffenen – die 'Partizipation' – überwachen und eigene Vorschläge dazu einbringen.

Die Neugestaltung des Areals vor dem Fernsehturm – mit Spielplatz und Bäumen – wurde von den Teilnehmern des Rundgangs grundsätzlich für gut befunden. Es wurde aber der Wunsch geäußert, zu den sechs bisher neu angepflanzten Bäumen weitere vier bis sechs 'Schattenspender' hinzuzufügen, die das Verweilen im Hochsommer angenehm machen. Die vorhandenen Bäume werden sehr hoch wachsen und in einigen Jahren einen weiten Schattenwurf erreichen.

Zweiter Haltepunkt des Rundgangs waren die Wasserkaskaden südlich des Fernsehturms. Durch die bereits umgesetzten Verschönerungen, wurde das Gelände bis zur Karl-Liebknecht-Straße schon deutlich aufgewertet. Jetzt fehlt noch der geplante und bereits genehmigte Hotel-Neubau, hinter dem dann die unattraktiven Verschalungen der ehemaligen Eingänge zum Fußgängertunnel verschwinden. (Der Bauherr des Hotels wurde dazu vertraglich verpflichtet.) Zum aktuellen Stand des Bauvorhabens hatte Stefan Draeger, Abt. Alexanderplatz, kürzlich im Ausschuss für Stadtentwicklung den zuständigen Stadtrat um Auskunft gebeten. Eine konkrete Auskunft war spontan nicht möglich, wird jedoch durch das Amt nach Rücksprache mit Bauherr bzw. Investor nachgereicht.

Am Eingang der Marienkirche berichtete Ephraim Gothe von den bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Veränderung des Areals dort. Fragen der Anwohner nach einem behindertengerechten Zugang zur Kirche beantwortete er mit dem Hinweis auf die geplante großflächige Schräge direkt zum Haupteingang, die künftig die Niveaus von Kirche und Grünanlage ausgleichen wird. Auf die Beschwerde eines Anwohners, dass schon jetzt zu viele Bäume für die Umbaumaßnahmen gefällt worden seien, wusste Janina Körper zu entgegnen, dass nach Abschluss der Maßnahmen mehr neue Bäume angepflanzt werden würden als zuvor gefällt worden seien. Sorgen richteten sich auch auf die archäologischen Grabungen, die möglicherweise für Verzögerungen der Arbeiten sorgen könnten. Es wurde darauf verwiesen, dass die Verwaltung die Ausgrabungen parallel zu den anderen  Maßnahmen umsetzen und die Bauarbeiten pünktlich abschließen will.

Die Mehrheit der anwesenden Anwohnerinnen und Anwohner wünschte sich den Verbleib des Neptunbrunnens am heutigen Standort. Moniert wurde dagegen das derzeitige Beleuchtungskonzept, das an vielen Stellen zu „dunklen Ecken“ führe. Vertreter aus der „Initiative Alexanderplatz“ berichteten dazu, dass das Amt zur Zeit eine Optimierung prüfe und die Umsetzung geeigneter Maßnahmen in Aussicht gestellt habe. Bericht des zuständigen Amtes im Rahemn der Initiative folgt.

Letzter Haltepunkt war die Rathaus-Brücke. Hier fasste Ephraim Gothe die verschiedenen Aspekte zur Entwicklung von Berlins "Historischer Mitte" zusammen und sensibilisierte die Anwesenden für ihre Mitwirkung an den Plänen. Es sei absehbar, dass auch Vorschläge auf den Tisch kämen, die eine vollständige Bebauung von Marx-Engels-Forum und Rathaus-Forum vorsähen. Interessanterweise sagten einige Anwohnerinnen und Anwohner, dass man zu Kompromissen bereit sein müsse, allerdings nur eine „behutsame“ Bebauung akzeptieren könne.

Stefan Draeger bot den Anwohnerinnen und Anwohnern einen weitergehenden Dialog im Kontext der weiteren Entwicklungen an und schlug ein erneutes Treffen für den Herbst dieses Jahres vor.

Fazit: Die Veranstaltung macht deutlich, dass Begehungen, Diskussionen mit den Anwohnern und das ZUsammentragen von Fakten eine wichtige Voraussetzung für die Partizipation der Anwohnerinnen udn Anwohner sind. Bürgerinnen und Bürger müssen "mitgenommen" werden, wenn es um die Entwicklung ihres Zuhauses geht. Das Treffen war ein wichtiger Termin auch und besonders für die SPD-Fraktion der BVV Mitte.

 
 
 

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Foto Sylvia-Yvonne Kaufmann in Brüssel

 

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